Wie die Besteuerung von Pestiziden in Dänemark zu einer weniger giftigen Landwirtschaft beiträgt.
Auch wenn Umweltsteuern in immer mehr Ländern und Sektoren erhoben werden – die Landwirtschaft bleibt meist ausgenommen und wird nur selten durch spezifische Abgaben erfasst. Zwar gibt es in vielen europäischen Ländern CO₂-Steuern, doch schließen diese diffuse landwirtschaftliche Emissionen meist nicht ein. Zudem gibt es in vielen EU-Ländern reduzierte Mehrwertsteuersätze auf Pflanzenschutzmittel oder Agrardiesel, die faktisch umweltschädliche Subventionen darstellen.
Auf den Einsatz chemischer Pestizide werden nur in Schweden, Dänemark, Italien und Frankreich Abgaben erhoben. Dabei verschieben sich die existierenden Pestizidsteuern tendenziell: von der Besteuerung der eingesetzten Mengen hin zu einer risikodifferenzierten Besteuerung.
Steuern lenken zu weniger giftigen Pestiziden
Schweden führte 1984 als erstes Land eine Pestizidsteuer ein und nutzte die Einnahmen bis 1995 für Agrarumweltprogramme. In Dänemark wurde ein zunächst mengenbasiertes System, das seit den 1990er Jahren existierte, ab 2013 durch eine Abgabe ersetzt, deren Höhe sich an den gesundheitlichen und ökologischen Risiken der Produkte orientiert.
Anhand empirischer Daten untersucht eine Studie aus dem Jahr 2021 im Detail, wie sich diese risikodifferenzierte Besteuerung konkret auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der dänischen Landwirtschaft auswirkt. Sie analysiert, wie politische Instrumente nicht nur die eingesetzte Menge, sondern auch die Auswahl der eingesetzten Pestizide beeinflussen können.



