Merz, Klingbeil, Pistorius und Dobrindt im Bundestag.
Die Merz-Regierung hat nicht nur keine Antworten auf die brennenden Fragen der Zeit – sie hat nicht einmal verstanden, welche Fragen überhaupt zu stellen wären.
Der alte Bundestag änderte 2025, nach der bereits erfolgten Bundestagswahl, das Grundgesetz, um die verfassungsrechtliche Grundlage für ein „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ in Höhe von 500 Milliarden Euro zu schaffen. Versprochen wurde eine „Investitionsoffensive“, die Deutschland „wieder flott machen“ sollte. Finanzminister Lars Klingbeil formulierte es noch eindringlicher: „Die Bagger müssen rollen.“
Ein Jahr später ziehen Wissenschaftler eine ernüchternde Bilanz:
95 % der neu aufgenommenen Sonderschulden wurden nicht für zusätzliche Investitionen genutzt. Das Ifo-Institut beziffert, dass von den 2025 aufgenommenen 24,3 Milliarden Euro nur 1,3 Milliarden Euro tatsächlich in zusätzliche Investitionen flossen.
86 % der Mittel wurden zweckentfremdet. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Der Großteil der Gelder wurde für Ausgaben verwendet, die ohnehin im Haushalt geplant waren.
Das Sondervermögen dient dem Stopfen von Haushaltslöchern. Projekte wurden aus dem Kernhaushalt in das kreditfinanzierte Sondervermögen verschoben – besonders im Verkehrsbereich. Die Kredite wurden in Wahrheit nahezu vollständig zum Stopfen von Haushaltslöchern genutzt.
Die Bundesregierung weist die Kritik zwar zurück und behauptet, „alles sei transparent" – aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 95 % der mit zusätzlichen Schulden aufgenommenen Mittel wurden zweckentfremdet.das-parlament
Das ist keine Investitionsoffensive. Das ist haushaltspolitische Buchhaltungsmagie.
Der Kapazitätsengpass: Selbst wenn das Geld fließen würde – es kann nicht verbaut werden
Doch selbst wenn die Regierung ehrlich gewesen wäre und die 500 Milliarden Euro tatsächlich zusätzlich investiert hätte – es fehlt schlichtweg an der personellen und betrieblichen Kapazität, das Geld sinnvoll zu verbauen.
Das IW Köln hat die Dimensionen dieses Engpasses detailliert beziffert:
10.000 Bauplaner fehlen allein für die Planung. Für die Planung der Bauprojekte aus dem Sondervermögen fehlen bereits jetzt 10.000 qualifizierte Experten.
81 % der offenen Stellen für Bauingenieure sind nicht besetzbar. Es gibt schlicht keine passend qualifizierten Arbeitslosen in Deutschland.
Über 4.000 Tiefbau-Fachkräfte fehlen. Bereits heute sind die Kapazitäten im Tiefbau überlastet – und sollen um 18 % steigen.
Die Fachkräftelücke in Infrastrukturberufen beträgt 69.000–130.000. Andere Schätzungen gehen sogar von 250.000 fehlenden Fachkräften in der gesamten Baubranche aus.
Die Folge ist ein klassisches Flaschenhals-Problem: Geld ist vorhanden (oder wird aufgenommen), aber es kann nicht sinnvoll eingesetzt werden. Die Nachfrage nach Bauleistungen steigt, aber das Angebot an Kapazitäten bleibt gleich oder sinkt sogar. Die Folge: Preisanstiege, Verzögerungen und am Ende wird weniger gebaut als geplant – bei höheren Kosten.
Die strukturelle Fehlsteuerung: Deutschland bildet für die Arbeitslosigkeit
Das Problem ist tiefer als ein vorübergehender Kapazitätsengpass. Es ist ein strukturelles, bildungspolitisches und gesellschaftliches Problem, das nur durch eine grundlegende Neuausrichtung gelöst werden kann.
133.900 MINT-Fachkräfte fehlen. Im März 2026 waren bundesweit 369.400 Stellen in MINT-Berufen unbesetzt.
250.000–320.000 Fachkräfte fehlen im Baugewerbe. Laut Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und DIHK-Fachkräftemonitor.
Gleichzeitig: Die Zahl der Beschäftigten in der Sozialen Arbeit ist zwischen 2004 und 2023 um 93,2 % gestiegen – von 966.000 auf fast 1,8 Millionen.
Der Beruf des Diplom-Sozialarbeiters, der vor 60–70 Jahren faktisch nicht existierte, zählt heute 375.000–486.000 Erwerbstätige mit entsprechender Qualifikation.
Das ist keine Kritik an der Sozialen Arbeit per se – sondern an einer Fehlallokation von Ressourcen, die in einer freien (etwas sozialen) Marktwirtschaft nicht zu erwarten wäre. Während systemkritische Berufe wie Bauingenieur, Tiefbauer oder Bauplaner dramatisch unterbesetzt sind, expandieren Berufsgruppen, die keinen unmittelbaren volkswirtschaftlichen Mehrwert im Sinne von Produktivität, Infrastruktur oder wirtschaftlicher Resilienz schaffen.
Ein Jahr später ziehen Wissenschaftler eine ernüchternde Bilanz: 95 % der neu aufgenommenen Sonderschulden wurden nicht für zusätzliche Investitionen genutzt. Das Ifo-Institut beziffert, dass von den 2025 aufgenommenen 24,3 Milliarden Euro nur 1,3 Milliarden Euro tatsächlich in zusätzliche Investitionen flossen. 86 % der Mittel wurden zweckentfremdet. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Der Großteil der Gelder wurde für Ausgaben verwendet, die ohnehin im Haushalt geplant waren. Das Sondervermögen dient dem Stopfen von Haushaltslöchern. Projekte wurden aus dem Kernhaushalt in das kreditfinanzierte Sondervermögen verschoben – besonders im Verkehrsbereich. Die Kredite wurden in Wahrheit nahezu vollständig zum Stopfen von Haushaltslöchern genutzt. Die Bundesregierung weist die Kritik zwar zurück und behauptet, „alles sei transparent" – aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache: 95 % der mit zusätzlichen Schulden aufgenommenen Mittel wurden zweckentfremdet. das-parlament Das ist keine Investitionsoffensive. Das ist haushaltspolitische Buchhaltungsmagie. Der Kapazitätsengpass: Selbst wenn das Geld fließen würde – es kann nicht verbaut werden Doch selbst wenn die Regierung ehrlich gewesen wäre und die 500 Milliarden Euro tatsächlich zusätzlich investiert hätte – es fehlt schlichtweg an der personellen und betrieblichen Kapazität, das Geld sinnvoll zu verbauen. Das IW Köln hat die Dimensionen dieses Engpasses detailliert beziffert: 10.000 Bauplaner fehlen allein für die Planung. Für die Planung der Bauprojekte aus dem Sondervermögen fehlen bereits jetzt 10.000 qualifizierte Experten. 81 % der offenen Stellen für Bauingenieure sind nicht besetzbar. Es gibt schlicht keine passend qualifizierten Arbeitslosen in Deutschland. Über 4.000 Tiefbau-Fachkräfte fehlen. Bereits heute sind die Kapazitäten im Tiefbau überlastet – und sollen um 18 % steigen. Die Fachkräftelücke in Infrastrukturberufen beträgt 69.000–130.000. Andere Schätzungen gehen sogar von 250.000 fehlenden Fachkräften in der gesamten Baubranche aus. Die Folge ist ein klassisches Flaschenhals-Problem: Geld ist vorhanden (oder wird aufgenommen), aber es kann nicht sinnvoll eingesetzt werden. Die Nachfrage nach Bauleistungen steigt, aber das Angebot an Kapazitäten bleibt gleich oder sinkt sogar. Die Folge: Preisanstiege, Verzögerungen und am Ende wird weniger gebaut als geplant – bei höheren Kosten. Die strukturelle Fehlsteuerung: Deutschland bildet für die Arbeitslosigkeit Das Problem ist tiefer als ein vorübergehender Kapazitätsengpass. Es ist ein strukturelles, bildungspolitisches und gesellschaftliches Problem, das nur durch eine grundlegende Neuausrichtung gelöst werden kann. 133.900 MINT-Fachkräfte fehlen. Im März 2026 waren bundesweit 369.400 Stellen in MINT-Berufen unbesetzt. 250.000–320.000 Fachkräfte fehlen im Baugewerbe. Laut Zentralverband des Deutschen Baugewerbes und DIHK-Fachkräftemonitor. Gleichzeitig: Die Zahl der Beschäftigten in der Sozialen Arbeit ist zwischen 2004 und 2023 um 93,2 % gestiegen – von 966.000 auf fast 1,8 Millionen. Der Beruf des Diplom-Sozialarbeiters, der vor 60–70 Jahren faktisch nicht existierte, zählt heute 375.000–486.000 Erwerbstätige mit entsprechender Qualifikation. Das ist keine Kritik an der Sozialen Arbeit per se – sondern an einer Fehlallokation von Ressourcen, die in einer freien (etwas sozialen) Marktwirtschaft nicht zu erwarten wäre. Während systemkritische Berufe wie Bauingenieur, Tiefbauer oder Bauplaner dramatisch unterbesetzt sind, expandieren Berufsgruppen, die keinen unmittelbaren volkswirtschaftlichen Mehrwert im Sinne von Produktivität, Infrastruktur oder wirtschaftlicher Resilienz schaffen.